27.11.2017 Erfolg für Sonderforschungsbereich „Kardinale Mechanismen der Wahrnehmung: Prädiktion, Bewertung, Kategorisierung“

DFG verlängert Forschung zur Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen

Würfel in Dreieck - Cardinal Mechanisms of Perception

Die Sinnesorgane sind das „Fenster zur Welt“, sie ermöglichen den Empfang von Reizen aus der Umwelt. Doch wie verarbeitet das Gehirn die Informationen? Wie funktioniert Wahrnehmung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der interdisziplinäre Sonderforschungsbereich/Transregio 135 „Kardinale Mechanismen der Wahrnehmung: Prädiktion, Bewertung, Kategorisierung“ nunmehr seit vier Jahren. Die DFG hat nun beschlossen, den SFB bis ins Jahr 2021 zu verlängern. Die Sprecherschaft für den interdisziplinären SFB liegt bei dem Gießener Psychologen Prof. Dr. Karl Gegenfurtner. Sein Marburger Kollege und Direktor des Marburger Zentrums für "Mind, Brain and Behavior" Prof. Dr. Frank Bremmer von der Universität Marburg ist Mitglied im geschäftsführenden Komitee. „Wir konnten unseren SFB in der ersten Förderperiode zu einem internationalen Leuchtturm der Wahrnehmungsforschung etablieren. Die Verlängerung des SFB wird eine Vielzahl von hochgradig interdisziplinären Projekten ermöglichen, die geeint werden durch das gemeinsame Ziel, zu verstehen, wie wir die Welt wahrnehmen und mit ihr interagieren“, sagte Prof. Gegenfurtner. Prof. Bremmer fügt hinzu: „Der Sonderforschungsbereich wird die Zusammenarbeit unserer beiden Universitäten im Forschungscampus Mittelhessen weiter bestärken, innerhalb dessen der Themenbereich Geist, Gehirn und Verhalten bereits als Schwerpunkt ausgewiesen wurde.“

Der SFB will untersuchen, wie das menschliche Gehirn aus sensorischen Eingangssignalen übergeordnete Bedeutung ableitet. Dazu soll der Prozess der Wahrnehmung umfassend auf der Basis dreier grundlegender Prinzipien erklärt werden: Prädiktion, Bewertung und Kategorisierung. Die dadurch entstehenden internen Modelle der Umwelt ermöglichen es dem Menschen, den künftigen Zustand der Umgebung sowie Handlungskonsequenzen vorherzusagen, die möglichen Risiken und den Nutzen von Reizen und Reaktionen zu bewerten sowie die unendliche Menge an Umweltreizen in Kategorien von Konzepten und Verhaltensweisen abzubilden. So bietet der SFB eine einzigartige Kombination aus Verhaltensexperimenten, Physiologie und Modellierung, um zu einem umfassenden Verständnis dieser drei Prinzipien zu gelangen.

Kontakt

Prof. Dr. Karl Gegenfurtner
Justus-Liebig Universität Giessen
Tel.: 0641-99-26100
E-Mail:

Prof. Dr. Frank Bremmer
Philipps-Universität Marburg
Tel.: 06421-28-24162
E-Mail: