20.01.2018 Rückenwind für Medizinforschung in Gießen und Marburg

Von Behring-Röntgen-Stiftung bewilligt eine Million Euro

Gruppenfoto mit Stiftungspartnern und Wissenschaftlerinnen
Foto: Christian Stein
Feierliche Übergabe der Förderurkunden an die Projektsprecher und ihre Kooperationspartner (v.l.n.r.): Nachwuchswissenschaftler Dr. Hector Cabrera-Fuentes, Dr. Sanna Stroth und ihre Projektsprecherin Prof. Dr. Inge Kamp-Becker, Dr. Vijay Renigunta, Stiftungsrepräsentanten Präsident Friedrich Bohl und Vizepräsident Prof. Dr. Hans-Dieter Klenk, Prof. Dr. Tilmann Borggrefe, Prof. Dr. Dominik Oliver, Gießener Medizindekan Prof. Dr. Wolfgang Weidner, Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Judith Gronbach, Prof. Dr. Stefan Bauer und seine Kooperationspartnerin Dr. Silvia Fischer.

Zum elften Mal hat die in Marburg ansässige Medizinstiftung Fördermittel für medizinische Forschungsprojekte an der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg bewilligt. Über insgesamt eine Million Euro für sechs Forschungsvorhaben können sich die Begünstigten freuen. Stellvertretend für ihre Arbeitsgruppen nahmen die Projektsprecher heute in Gießen die Bewilligungsurkunden aus den Händen von Stiftungspräsident Friedrich Bohl entgegen.

Mit den Geldern werden ab 2018 sechs Kooperationsprojekte mit gemeinsamer Beteiligung von Marburger und Gießener Wissenschaftlern sowie einzelne Forschungsvorhaben von Nachwuchswissenschaftlern finanziert, die unter anderem an Themen aus den Bereichen Lungenforschung, Neurowissenschaften und Tumorforschung arbeiten.

Unter den geförderten ist die Professorin für Autismus-Spektrum-Störungen der Philipps-Universität und CMBB-Mitglied Prof. Dr. Inge Kamp-Becker. Autismus-Spektrum-Störungen sind tiefgreifende psychische Störungen, die Betroffene stark in der sozialen Interaktion und Kommunikation beeinträchtigen. Die Erkrankung hat viele Erscheinungsformen und gleicht in einigen Symptomen anderen psychischen Störungen. Die Marburger Psychologin Prof. Dr. Inge Kamp-Becker und ihre Kooperationspartner wollen Autismus mithilfe von Biomarkern besser diagnostizieren und von anderen Krankheitsbildern abgrenzen. Ziel des mit 200.000 Euro geförderten Projektes ist es, Erkrankte individueller behandeln zu können.

Hintergrund: Die Von Behring-Röntgen-Stiftung wurde am 8. September 2006 vom Land Hessen als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts errichtet. Gegründet wurde sie im Zuge der Fusion der Universitätskliniken Gießen und Marburg im Jahr 2005 und der anschließenden Privatisierung 2006 mit dem Ziel, an beiden Standorten neue Perspektiven für die Hochschulmedizin zu sichern und zu entwickeln.

Dem Stiftungsvorstand gehören als Präsident der ehemalige Bundesminister Friedrich Bohl und als Vizepräsidenten der Marburger Virologe Prof. Dr. Hans-Dieter Klenk und die Gießener Augenärztin Prof. Dr. Birgit Lorenz an. Ein mit 16 namhaften Wissenschaftlern aus Deutschland und Österreich besetzter wissenschaftlicher Beirat hat die Aufgabe, die der bei der Medizinstiftung eingereichten Förderanträge zu bewerten sowie Projekte und Themenschwerpunkte zu empfehlen.

Die Von Behring-Röntgen-Stiftung fordert Angehörige der medizinischen Fachbereiche der Universitäten Marburg und Gießen einmal jährlich zur Antragstellung auf. Seit ihrer Errichtung hat sie insgesamt bereits 18,2 Millionen Euro bewilligt.

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