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Preisträger Marcel Linka
(Kommunikatorpreis "Young Talent"  2022)

Foto: Marcel Linka

Marcel Linka ist Doktorand bei Dr. Benjamin de Haas in der Arbeitsgruppe Individuelle Wahrnehmung an der Justus-Liebig-Universität Gießen. In seiner Dissertation beschäftigt sich Linka unter anderem mit der Frage, wie individuell Blickbewegungen sind und ob sie für die Diagnose neurologischer Entwicklungsstörungen genutzt werden können. Das Projekt ‘Millionen Augenblicke’, das er gemeinsam mit seinem Betreuer Benjamin de Haas im Rahmen seiner Promotion entwickelt hat, versucht einer Antwort auf diese Frage näherzukommen und die Allgemeinheit unmittelbar daran zu beteiligen.

Dazu haben sie in Zusammenarbeit mit dem Mitmach-Museum Mathematikum in Gießen ein vollautomatisiertes und interaktives Eyetracking-Exponat entworfen. Das Exponat ähnelt von außen einem Passbildautomaten. Sobald man Platz nimmt, kann das Exponat über einen Touchscreen Bildschirm bedient werden. Während der Teilnahme lernt man Wissenswertes rund um das Thema Augenbewegungen, bevor man selbst an einem wissenschaftlichen Experiment teilnimmt. Während des Experiments sollen die Teilnehmenden dann 40 alltägliche Szenen frei betrachten. Gleichzeitig werden ihre Augenbewegungen aufgezeichnet. Danach erhält jeder Teilnehmende unter anderem eine individuelle Statistik zu der durchschnittlichen Dauer seiner Fixationen und wo sich diese in der Verteilung anderer Teilnehmenden befindet.

Zwei Ziele stehen bei dem Projekt Millionen Augenblicke im Vordergrund; zum einen versuchen Linka und de Haas mit dem Projekt den größten Blickbewegungsdatensatz der Welt zu erheben, nämlich die Teilnahme von 10.000 BesucherInnen, was in etwa einer Million Fixationen (Augenblicken) entspricht. So hoffen sie, unbeantwortete Fragen in der Grundlagenforschung zu individueller Wahrnehmung und der Nutzbarkeit portabler Eyetracker für klinische Zwecke beantworten zu können. Zum anderen sollen wissenschaftliche Erkenntnisse und Methodiken an ein möglichst großes und heterogenes Publikum kommuniziert und zugänglich gemacht werden.

Bisher haben schon über 4000 BesucherInnen teilgenommen und ihre Augenblicke gespendet.